Heiko Pippig: Gemälde-Angebote
Heiko Pipppig:
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Heiko Pippig

 
Geboren 1951 in Mosbach/Baden
   
   
1970-1971 Studium von Graphik und Design an der Werk-Kunstschule Mannheim (Fachhochschule für Gestaltung, später Hochschule Mannheim)
Gastsemester Philosophie an der Hochschule Mannheim
1973-1978 Studium der Malerei an der Karlsruher Staatlichen Akademie der Bildenden Künste
1978-1982 Meisterschüler bei Prof. Markus Lüpertz
1983 Ausstellungsdebüt an der Karlsruher Akademie (Einzelausstellung)
1988 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1988-1989 Studium bei Prof. Bernhard Heisig an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst
Arthur-Grimm-Kunstpreis
Seit 1989 als freischaffender Künstler tätig
Porträtaufträge (Marianne Sägebrecht, Helmut Berger, Axel Benz u.a.) und Menschenbild-Zyklen
Gestaltung der Künstlerzimmer im Vier-Sterne-Hotel Victoria,
Bad Mergentheim sowie Gestaltung des Hotels Jagstmühle
Ausstellungen u.a. in Hamburg, Karlsruhe, München, Stuttgart, Ulm, Zürich, Paris, Moskau, London, Miaimi Beach
Hauptrepräsentanz durch die Galerie von Abercron
 
Werk

Heiko Heiko Pippig wurde am 18. November1951 geboren. Nach dem Abitur beginnt er seine künstlerische Ausbildung in der Werk-Kunstschule für Gestaltung in Mannheim. 1973 wechselt er an die Karlsruher Akademie, wo unter anderem Professor Markus Lüpertz sein Lehrer wurde. Als dessen Meisterschüler beendet er auch das Studium.

Die Bilder aus der Studiumszeit und unmittelbar danach sind geprägt von einem außergewöhnlich intensivem Gestaltungswillen, den er expressiv plastisch und doch zugleich klar strukturiert zum Ausdruck bringt. Die Motive sind zwar abstrakt, aber die dahinter stehende figürliche Inspiration bleibt erahnbar. Um die haptische Wirkung seiner Kompositionen zu steigern, setzt Pippig das Volumen des Farbkörpers in pastosem Auftrag ein und untermischt bisweilen grobkörniges Pigment oder Sand. Die Farbigkeit bleibt dagegen noch zurückhaltend, meist überwiegen dunkle, erdige Töne. Insgesamt ist die frühe Phase auch eine dunkle Phase, in der das Augenmerk mehr dem Malerischen, dem Prozess des Ausformens und der Formulierung gilt.

1988 erhält der Künstler ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. Um seine Entwicklung fortzusetzen, geht Heiko Pippig 1988 für zwei Jahre nach Leipzig an die Hochschule für Grafik zu Prof. Bernhard Heisig, der als Begründer der sogenannten Leipziger Schule neben Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer zu den bedeutendsten Vertretern der Realistischen Kunst in Deutschland zählt. Dort erhält Pippig entscheidende Impulse, um Persönlichkeit und malerischen Ausdruck zu entfalten.

Das Figürliche entsteht nun völlig unmittelbar, ist frei vom abstrakten Korsett der Vergangenheit. Im Umfeld der sich formierenden Neuen Leipziger Schule  - heute gerühmt und hoch begehrt - , kann sich Pippig dabei ganz seinem Naturell hingeben, der figurativen Darstellung. Er lässt sich nicht thematisch oder ideologisch färben, sein Farbauftrag bleibt wie bisher plastisch und impulsiv. Diese Handschrift bleibt bei allen stilistischen Wandlungen und Weiterentwicklungen bis heute unverkennbar und unverändert. Mit Recht kann man ihn daher als zeitgenössischen Expressionisten bezeichnen.

In den neunziger Jahren entstehen sehr prägnante Personenbildnisse und Portraits, die erkennbar machen, dass das innere Wesen des dargestellten Menschen zum eigentlichen Thema wird. Die Bilder der neunziger Jahre sind wie eine Befreiung. Pippig hat zu dem Thema, das sein Werk maßgeblich bestimmen wird, nämlich dem Menschen gefunden. Die Farbpalette hellt sich auf, wird farbenreicher. Außerdem gewinnen Umraum und die Lichtführung zunehmende Bedeutung. Die radikalste Formulierung des Menschsein-Motivs ist das Aktbildnis. Die Nacktheit führt den Menschen auf sein Wesentliches zurück. In den Aktbildern ist kein Voyeurismus zu spüren, vielmehr das unbedingte Streben des Künstlers, zum Wesenskern des Menschen vorzustoßen. Obwohl die Modelle in ihrer persönlichen Individualität meist wieder erkennbar sind, steht das Körperhafte als Symbol des Menschseins im Vordergrund des künstlerischen Interesses.

In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre und Anfang des neuen Jahrhunderts, einer sehr intensiven Schaffenszeit, entsteht der Werk-Komplex der Ganzkörper-Darstellungen und Aktbildnisse. Pippig wendet sich jetzt von der gefundenen Farbigkeit wieder ab. Die Farbigkeit wird reduziert, die Gestaltung durch Licht und Schatten bleibt jedoch entscheidender Aspekt. Kraftvolle Pinselhiebe formen den Körper auf der Leinwand, der Maler modelliert wie ein Bildhauer mit starkem Licht- und Schattenspiel und Farbkontrasten. In manchen Bildern kehrt Pippig sogar zur Monochromie seiner frühen Bilder zurück. Die Leinwand ist in ein schwebendes Grau getaucht, aus dem sich die Körper wie aus Nebel herausschälen. Seht genau hin, scheinen sie zu sagen, die Nuancen sind nur klein und sie sind doch alles, sie machen das Bild vom Dargestellten und unser Urteil über diesen Menschen aus. Die Nacktheit wird gedeutet als Schutzlosigkeit, der Künstler spürt aber auch ihre Sinnlichkeit im Wechselspiel zwischen Ewigem und Vergänglichem auf. Eine indirekte, aber intensive Verarbeitung des Vanitas-Themas, ein Zelebrieren der Schönheit des Lebens und die Vergegenwärtigung der letztlich unausweichlichen Konfrontation mit dem Tod nehmen den Künstler gefangen.

Seine Bilder sind Abbilder im dreifachen Sinne: als leibliches Konterfei, als Charakterisierung der Persönlichkeit, schließlich als Spiegel des eigentlich Unsichtbaren, der Seele. Als viertes könnte man noch hinzufügen: sie sind Reflexionen des Künstlers über sich selbst. Entscheidende Etappen seiner künstlerischen Entwicklung wurden schon immer von Selbstbildnissen punktiert. In dem Versuch, das Gegenüber malerisch greifbar zu machen, zu begreifen, denkt der Künstler auch über sich selbst nach. Und er fordert den Betrachter auf, es ihm gleichzutun. Der Blick muss zuerst nach außen gehen, um sich dann nach innen kehren zu können. Dabei pflegt Pippig stets einen kritischen, prüfenden Blick, ist jedoch nie denunziatorisch oder kühl distanziert. Sein Ziel ist das Authentische, nicht Beschönigung oder Selbstgerechtigkeit.

2007 zeichnet sich eine erneute Wende in seinem Schaffen ab. Die Farbigkeit gewinnt wieder maßgebliche Bedeutung. In den gestalterischen Mittelpunkt rückt das Licht, unerlässlich für den Maler, denn erst das Licht die Dinge macht sichtbar. Wie durch farbige Prismen gesehen, werden Menschen und Gegenstände lebendig. Pippig bündelt seine bisherigen Beobachtungen und technischen Erfahrungen in einem neuen Malstil, in dessen expressiver Pinselführung er sich gleichwohl treu bleibt. Die neuen Bilder werden geprägt von dem Wechsel zwischen breiten und schmalen Strichlagen, von überraschender Farbigkeit und schließlich von Oberflächen, die teils lasiert, teils pastos strukturiert werden. Scharf konturierte Ritzungen, die fast Zeichnungs-Charakter annehmen, verstärken den Eindruck der Lebendigkeit. Pippig kehrt zur reinen, ungebrochenen Farbe zurück. Der einheitliche Farbraum wird zerlegt in ein Mosaik aus kontrastierenden Farbflächen. Gegenstände werden nicht mehr durch ihr Volumen definiert, sondern als ein Miteinander von Farbflächen. Damit dynamisiert sich die Darstellung, die Gegenstände verbindet nicht mehr nur die räumliche Beziehung, sondern auch ein Netz von farblichen Korrespondenzen. Auch die Bilder selbst treten miteinander in Dialog, da Pippig dazu übergeht, in thematischen Zyklen zu arbeiten oder seine Bilder als Triptychen anzulegen.

Auch der thematische Fokus verschiebt sich allmählich, wenn auch im Rückblick auf seine bisherige Entwicklung durchaus folgerichtig. Pippig beginnt mit der abstrahierten Darstellung anonymer Figuren. Es folgt die Zeit der Portraits, die individuelle Wesenszüge festhielten. Über sie hinaus stößt der Künstler zur Darstellung unterschiedlicher Charaktere vor bis hin zum Nachdenken über den Wesenskern, das Allgemein-Menschliche. In den letzten Jahren rückt die über-persönliche Darstellung in den Mittelpunkt. Die menschliche Gestalt wird um ihre metaphysische und mythische Dimension erweitert. Emblematische Figuren der Menschheitsgeschichte und Mythen finden ihren Weg auf die Leinwand. Und Pippig erschließt vom Mittelpunkt Thema Mensch aus weitere Wege: Da ist der Masken-Zyklus zu nennen. In ihm wird das Paradox von Verbergen und Enthüllen, von Verweigern und Preisgabe besonders sinnfällig. Der Künstler greift auf die grotesken „schiachen“ Masken der alemannischen Tradition zurück und erkennt die gleiche Sprengkraft des Hässlichen in japanischen Schauspiel- und Dämonenmasken.

Mit dem „Afrikanesken“-Zyklus greift der Künstler erneut über den europäischen Kulturkreis hinaus. Die kantigen, splittrig verschobenen Formen geben die expressiv behauenen Oberflächen afrikanischer Skulpturen wieder. Auch hier ist die Anonymität paradox als gesteigerte Form des persönlichen Ausdrucks zu verstehen. Parallel mit Wandel und Erweiterung des malerischen Ausdrucks entstehen neue Bildformate. Die Charakter-Tableaus der 80er und 90er Jahre waren im ausgeglichenen, fast quadratischen Format gehalten. Die expressiv gesteigerte Formensprache verlangt nach neuen Formaten. So kehrt Pippig etwa zu den überschlanken Hochformaten seiner Frühzeit zurück. Oder er wählt besonders großformatige Leinwände. Auch die Triptychen sind im Sinne einer Überwältigungs-Kunst zu verstehen. Nur wird hier der nach oben schießende Zug durch die Nebeneinanderstellung dreier Hochformate aufgefangen und abgelenkt, so dass ein labiles, sprechendes Gleichgewicht zwischen Vertikale und Horizontale entsteht. Statt eines Abbilds zielt der Künstler auf die expressive Überhöhung der Wirklichkeit. Damit nähert sich Pippig wieder einer expressiv aufgeladenen Abstraktion, die der Ausgangspunkt seines künstlerischen Weges war. Der Kreis schließt sich.

Vertreten u.a. in:
 

    Sammlung Dr. Ralf Baumann, Birnau Westdeutsche Sammlung Bodan Museum Würth, Künzelsau Sammlung Otto Geisel, Bad Mergentheim Sammlung Volkhardt, Bayerischer Hof
 

Literatur:

  • Andreas Franzke (Hrg.): Heiko Pippig: Malerei, Grafik ; Ausstellung im Lichthof d. Staatl. Akad. d. Bildenden Künste Karlsruhe, vom 15. November - 9. Dezember 1983, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe: Vereinigung d. Freunde d. Kunstakad. Karlsruhe, 1983
  • Karin Hochapfel, Jørn Kausch, Jeanette Oellers, Heiko Pippig, Ausstellungskatalog der  Gesellschaft der Freunde Junger Kunst Baden-Baden, Baden-Baden 1986
  • Walter Jung und Heiko Pippig
    Ausstellung der Landeskreditbank Baden-Württemberg Stuttgart, 1985
  • Heiko Pippig - Malerei: Kunstverein Neckar-Odenwald, Ausstellungskatalog 1986  
WEITERE KÜNSTLER

Gerhard Elsner

www.gerhard-elsner.de

Alexander Kinsky

www.alexander-kinsky.de

Michaela Krinner

www.michaelakrinner.de

Felix Pfefferkorn

www.felix-pfefferkorn.de

Heiko Pippig

www.heiko-pippig.de

Jakob Salzmann

www.jakob-salzmann.de

Bernd Schwarzer

www.schwarzer-bernd.de

Eugen Spiro

www.eugen-spiro.de

Max Stern

www.max-stern.de

Erich Waske

www.erich-waske.de
   
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